Vergleich

Parseur-Alternative: Tiro – PDF-Daten als Tabelle, aus Deutschland

Tiro als Parseur-Alternative – Einstieg für 25 € statt 49 €, ISO-Daten und echte Zahlen per Default, Hosting in Deutschland. Ein ehrlicher Vergleich.

Von Christian Gerloff · Aktualisiert am 31. August 2026

Kurz gesagt: Tiro ist eine Parseur-Alternative aus Deutschland: PDFs und Scans hochladen, die KI schlägt die Felder vor, das Ergebnis kommt als Excel-, CSV- oder JSON-Tabelle – mit ISO-Datum und echten Zahlen per Default. Der bezahlte Einstieg kostet 25 € statt 49 € im Monat, gehostet wird in Deutschland. Und ehrlich: E-Mail-Eingang und Zapier hat Parseur heute – Tiro noch nicht.

Preise im Vergleich (Stand: August 2026)

Beide Dienste rechnen in Seiten-Credits: 1 verarbeitete Seite = 1 Credit, ungenutzte Credits verfallen zum Periodenende. Die Monatspreise, wie sie beide Anbieter heute nennen:

Seiten pro MonatParseurTiro
200 € (Free)0 € (Free)
50– (kleinster Bezahlplan: 100 Seiten, 49 €)25 € (Nano)
10049 €49 €
30089 €89 €
1.000129 €129 €
3.000269 €269 €

Bei jährlicher Zahlung sind beide günstiger – Parseur wie Tiro landen dann bei 39/69/99/199 € je Stufe, Tiros Nano bei 19 €. Ab 100 Seiten ist der Preis also schlicht gleich. Der Unterschied ist der Einstieg: Bei Parseur folgt auf den kostenlosen Plan direkt der Sprung auf 49 € – genau dieser 0-auf-49-Sprung ist in Parseur-Bewertungen die häufigste Kritik. Tiro setzt mit Nano (50 Seiten, 25 €) eine Stufe dazwischen.

Wo Tiro punktet

  • Der Einstieg. 25 € statt 49 €, wenn 20 Seiten nicht mehr reichen, aber 100 noch zu viel sind – typisch für ein Team, das ein Dokumentenstrom von 30 bis 50 Belegen im Monat plagt.
  • Normalisierte Werte ohne Aufpreis. Tiro liefert per Default ISO-Daten und echte Zahlen, in jedem Plan. Bei Parseur kamen Datumsangaben in unserem Test (Juli 2026) als Text im Quellformat an; die „erweiterte Nachbearbeitung" ist laut Preisseite erst im Skalierungstarif enthalten – das ist die Stufe oberhalb von 3.000 Seiten.
  • Hosting in Deutschland. Die App läuft auf deutschen Servern, die KI-Verarbeitung in der EU (AWS Bedrock, Frankfurt), ohne Training mit deinen Daten. AVV als PDF, Rechtstexte auf Deutsch – die Unterlagen, die deine Datenschutzprüfung wirklich sehen will, stehen auf der Sicherheitsseite.
  • Deutsch als Produktsprache. Tiro ist auf Deutsch geschrieben, nicht maschinell übersetzt – von der Oberfläche bis zum AVV.

Wo Parseur heute mehr kann – ehrlich

Parseur ist seit Jahren am Markt und in der Breite weiter. Konkret:

  • E-Mail-Eingang: Postfächer, an die Absender direkt schicken. Tiro nimmt Dokumente heute per Upload oder REST-API an; der E-Mail-Eingang steht auf der Roadmap.
  • Integrationen: Zapier, Make, Power Automate, Google Sheets und Webhooks gibt es bei Parseur in jedem Plan. Tiro bietet heute die REST-API; Webhooks und Automatisierungsplattformen sind geplant.
  • Template-Engine: Parseur kann Dokumente zusätzlich mit deterministischen Templates parsen. Tiro arbeitet rein mit KI-Extraktion gegen deine Feld-Definitionen.
  • Mehrbenutzer und unbegrenzte Aufbewahrung in den großen Plänen. Tiro begrenzt die Aufbewahrung bewusst auf maximal ein Jahr (pro Inbox einstellbar, bis hin zu „sofort nach Export löschen") – eine Datenschutz-Entscheidung, kein Versehen.

Hängt dein Workflow heute an E-Mail-Eingang oder Zapier, ist Parseur für dich (noch) die bessere Wahl. Diese Seite bleibt auch dann ehrlich, wenn es weh tut.

Für wen sich der Wechsel jetzt lohnt

Tiro passt, wenn du PDFs, Scans oder Fotos per Upload oder API verarbeitest und das Ergebnis als Excel- oder CSV-Tabelle weiterverwendest – Rechnungen, Lieferscheine, Kontoauszüge, Prüfberichte und andere Dokumentarten. Besonders dann, wenn Hosting in Deutschland und ein sauberer AVV Voraussetzung sind, dein Volumen zwischen 20 und 3.000 Seiten im Monat liegt oder dich bei Parseur genau der Sprung von 0 auf 49 € abgehalten hat.

So funktioniert es

  1. Inbox anlegen

    Nach der Registrierung gibst du der Inbox einen Namen – mehr Einrichtung braucht der Start nicht. Eine Inbox entspricht dem, was bei Parseur eine Mailbox ist.

  2. Dieselben PDFs hochladen

    Beim ersten Upload schlägt die KI passende Felder vor. Deine Parseur-Felder baust du in Minuten nach – je Feld ein Name und optional eine Anweisung, was genau extrahiert werden soll.

  3. Tabelle herunterladen oder per API abrufen

    Jedes weitere Dokument landet in derselben Tabellenform, mit ISO-Datum und echten Zahlen. Export als Excel oder CSV im Browser, oder Abruf als JSON über die REST-API.

Häufige Fragen

Was kostet Tiro im Vergleich zu Parseur?

Beide starten kostenlos mit 20 Seiten pro Monat. Danach beginnt Parseur bei 49 € für 100 Seiten; Tiro hat mit Nano einen Zwischenschritt für 25 € (50 Seiten). Ab 100 Seiten sind die Monatspreise gleich (49/89/129/269 €), jeweils günstiger bei jährlicher Zahlung (Stand August 2026).

Kann Tiro E-Mails empfangen wie Parseur?

Noch nicht. Ein eigener E-Mail-Eingang steht auf der Roadmap. Heute nimmst du Dokumente per Upload im Browser oder über die REST-API entgegen – die gibt es in jedem Plan, auch im kostenlosen.

Gibt es Zapier- oder Make-Integrationen?

Noch nicht. Webhooks und die gängigen Automatisierungsplattformen sind geplant. Wer heute per Code integriert, nutzt die REST-API mit API-Key – Upload und Ergebnisabruf als JSON.

Wo werden meine Dokumente verarbeitet?

Die App läuft auf einem Server in Deutschland, die KI-Verarbeitung über AWS Bedrock in der EU-Region Frankfurt – ohne Training mit deinen Daten. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es als PDF zum Download.

Kann ich meine Parseur-Felder übernehmen?

Ja, manuell und schnell – die Felder definierst du je Inbox selbst. Beim ersten Upload schlägt die KI Felder vor; du benennst sie wie gewohnt um oder ergänzt eigene mit einer kurzen Anweisung. Ein Import-Assistent existiert nicht.

Muss ich Datums- und Zahlenformate selbst nachbearbeiten?

Nein. Tiro liefert Datumsangaben als ISO-Datum und Beträge als echte Zahlen – per Default, in jedem Plan. Das Exportformat (Datums-/Zahlenformat, CSV-Trennzeichen) stellst du pro Inbox ein.