Logistik – Lieferscheine aus PDFs und Scans als Tabelle
Lieferscheine und Packing Lists aller Lieferanten in eine Tabelle – Spediteur, Packstücke, jede Position mit bestellt, geliefert und Rückstand. Mit Beispiel.
Von Christian Gerloff · Veröffentlicht am 30. August 2026
Kurz gesagt: Tiro liest Lieferscheine und Packing Lists aus PDFs, Scans und Fotos aus und liefert sie als Tabelle – Kopf-Felder wie Lieferschein-Nr., Bestell-Nr., Spediteur, Sendungsnummer, Packstücke und Gewichte einmal pro Dokument, jede Position als eigene Zeile mit Artikel-Nr., bestellt, geliefert, Rückstand und Charge. Ohne Vorlage, ohne Anlernen – im Beispiel ein Lieferschein mit 14 Kopf-Feldern und 11 Positionen, davon 2 mit Rückstand.
Unten siehst du das vollständige Beispiel: den Lieferschein, die ausgelesenen Daten und das Ergebnis in der App.
Für wen das gebaut ist
Wer die Ware verschickt, druckt den Lieferschein – wer viele Lieferungen empfängt, muss ihn erfassen. Der Wareneingang bei Bau- und Fachhändlern, bei Herstellern mit Hunderten Zulieferern, das Lager eines Onlinehändlers, die Disposition eines Spediteurs: täglich Dutzende Lieferscheine, jeder Lieferant mit einem eigenen Layout, als PDF im Versand-Avis, als Papier auf der Palette, als Foto aus der Halle. Die Positionen müssen dann gegen die Bestellung geprüft, im ERP gebucht und die Rückstände nachgehalten werden – Zeile für Zeile. Genau dieses Abtippen entfällt.
Was man in der Logistik sonst noch damit macht
Lieferscheine und Packing Lists (das Beispiel unten; gescannte oder fotografierte Belege funktionieren wie auf der Seite PDFs & Scans gezeigt): eine Zeile pro Position mit bestellt, geliefert, Rückstand und Charge – für die Wareneingangsbuchung und die Rückstandsliste.
Frachtrechnungen von Paketdiensten und Spediteuren: Sendungsnummer, Gewicht, Zone, Maut- und Treibstoffzuschläge – als Zeilen für die Frachtkostenkontrolle je Sendung.
Frachtbriefe und Bill of Lading: Versender, Empfänger, Frachtführer, Packstücke, Gewichte, Übernahme- und Ablieferdatum – für die Sendungsverfolgung und den Nachweis der Ablieferung.
Zollpapiere und Handelsrechnungen für den Import: Warennummer, Ursprungsland, Wert, Menge – als Tabelle für die Zollanmeldung oder die Präferenzprüfung.
Ladelisten, Lieferavise und Schadensprotokolle: was avisiert wurde, was ankam, was beschädigt war – je Sendung eine Zeile für die Reklamation beim Lieferanten.
Warum nicht einfach ein PDF-zu-Excel-Konverter?
Ein PDF-zu-Excel-Konverter kopiert das Layout der Seite in Zellen. Bei einem Lieferschein heißt das: Absender-, Empfänger- und Spediteurblock nebeneinander in einer Zeile, die zweizeilige Artikelbezeichnung auf zwei Zellen verteilt, „1,200“ als Text und bei jedem Lieferanten eine andere Spaltenreihenfolge. Parseur und Airparser lösen das mit Feldern statt Layout – ihre Beispiele sind aber Rechnungen und E-Mails, den Wareneingang mit Teillieferung und Rückstand zeigt keiner von beiden. Tiro bringt den Feld-Ansatz in die Logistik, mit einem Unterschied, der beim Abgleich zählt: Mengen, Gewichte und Datumsangaben werden per Default normalisiert – bestellt, geliefert und Rückstand als echte Zahlen, das Lieferdatum als Datum, die Position mit Menge 0 als Zeile erhalten. Was aus Tiro kommt, kann Excel sofort gegen die Bestellung prüfen; wie dieselbe Idee bei Zahlungen aussieht, zeigt die Seite Kontoauszüge.
Beispiel: vom Dokument zur Tabelle
Ein fiktives Dokument, eine Inbox, ein Lauf in Tiro — unverändert wiedergegeben. Firma, Personen und Zahlen sind erfunden.
Kopf-Felder einmal pro Dokument, die Tabelle als eine Zeile pro Position — Datum als Datum, Zahlen als Zahlen. Die ersten Zeilen sind ausgeklappt, der Rest steht dahinter.
Kopf-Felder
Feld
Wert
Lieferschein-Nr.
DN-26-08417
Lieferdatum
14.08.2026
Bestell-Nr.
PO-2026-4471
Bestelldatum
29.07.2026
Lieferant
Brightwater Components ApS
Empfänger
Marlow & Finch Building Supplies Ltd
Lieferadresse
Goods Receiving, Unit 7, Avonmouth Trade Park, Bristol BS11 9YA, United Kingdom
Spediteur
Nordic Freight Line A/S
Sendungs-/Frachtbrief-Nr.
NFL-7743-902-DK
Lieferbedingung
DAP Bristol
Lieferart
partial
Packstücke
6
Bruttogewicht (kg)
412,6
Nettogewicht (kg)
378,2
Positionen (11)
Pos.
Artikel-Nr.
Bezeichnung
Bestellt
Geliefert
Rückstand
Einheit
Charge
Gewicht (kg)
1
BW-HDG-M12-120
Hex bolt M12 × 120, hot-dip galvanised, 8.8 ISO 4014
600
600
0
pcs
L26-0731-A
98,4
2
BW-HDG-M12-NUT
Hex nut M12, hot-dip galvanised, class 8 ISO 4032
600
600
0
pcs
L26-0731-A
10,9
3
BW-HDG-W12
Flat washer M12, hot-dip galvanised ISO 7089
1.200
1.200
0
pcs
L26-0719-C
8,2
4
BW-A4-M8-60
Hex bolt M8 × 60, stainless steel A4-70 ISO 4017
400
400
0
pcs
L26-0803-B
11,6
5
BW-ANC-WA-M12
Wedge anchor M12 × 110, zinc plated, ETA option 1
250
150
100
pcs
L26-0722-D
29,7
6
BW-ANC-CHEM-300
Chemical anchor, vinylester, 300 ml cartridge use by 02/2028
48
48
0
pcs
L26-0805-A
22,1
7
BW-THR-M10-1000
Threaded rod M10 × 1000, zinc plated, 4.8 DIN 976-1
Das Ergebnis im Browser, direkt nach dem Upload. Von hier geht es per Klick als Excel oder CSV weiter.
So funktioniert es
Inbox „Lieferscheine“ anlegen
Nach der Registrierung gibst du der Inbox einen Namen. Beim ersten Upload schlägt die KI die Felder vor – Lieferschein-Nr., Bestell-Nr., Lieferant, Spediteur, Packstücke, eine Tabelle mit den Positionen. Du entscheidest, was du brauchst (Charge, Rückstand, Gewicht), und passt die Namen einmal an.
Lieferscheine hochladen
Von jedem Lieferanten, in jedem Layout – als PDF aus der E-Mail, als Scan vom Wareneingang oder als Handyfoto vom Papier auf der Palette. Jedes Dokument wird einzeln gelesen, auch mit Stempel und handschriftlichem Häkchen.
Tabelle herunterladen
Eine Zeile pro Position über alle Lieferscheine, Mengen als echte Zahlen, Datum als Datum. Excel oder CSV – fertig für den Abgleich mit der Bestellung, die Wareneingangsbuchung im ERP oder die Rückstandsliste.
Was steht auf einem Lieferschein und wer bekommt viele davon?
Ein Lieferschein (Delivery Note, Packing List, Packing Slip) begleitet die Ware und dokumentiert, was tatsächlich geliefert wurde – Lieferschein- und Bestellnummer, Absender, Empfänger, Spediteur mit Sendungsnummer, Packstücke und Gewichte, und je Position Artikelnummer, Bezeichnung, bestellte und gelieferte Menge, Rückstand und Charge. Wer viele Lieferungen empfängt – der Wareneingang bei Händlern, Herstellern und Bauunternehmen, die Disposition beim Spediteur, das Lager eines Onlinehändlers – bekommt täglich Dutzende, jeder Lieferant mit einem anderen Layout.
Erkennt Tiro Teillieferungen und Rückstände?
Ja – im Beispiel oben sind von elf Positionen zwei nicht vollständig geliefert, eine davon gar nicht. Bestellt, geliefert und Rückstand landen in drei Zahlenspalten, die Lieferart wird als Feld („partial“ oder „complete“) ausgelesen. Eine Position mit Menge 0 bleibt als Zeile erhalten, statt zu verschwinden – genau die Zeile, die der Wareneingang für die Rückstandsliste braucht.
Funktioniert das auch mit gestempelten oder fotografierten Lieferscheinen?
Ja. Ein gescannter oder fotografierter Lieferschein wird über das Seitenbild gelesen, Stempel und handschriftliche Vermerke stören nicht, solange der Druck lesbar bleibt – auf der Seite [PDFs & Scans](/de/loesungen/pdfs-und-scans) siehst du dieselbe Bestellung als Digital-PDF, Scan und Handyfoto mit handschriftlicher Mengenkorrektur.
Kann Tiro den Lieferschein mit meiner Bestellung abgleichen?
In Tiro noch nicht – die Bestell-Nr. und die Mengen je Position kommen als Felder heraus, der Abgleich gegen die Bestellung ist damit in Excel ein SVERWEIS oder im ERP ein Import. Eine Regelprüfung direkt in der App ist als Teil des Prüfschritts geplant.
Wie wandle ich einen Lieferschein in Excel um?
Lieferschein als PDF, Scan oder Foto in eine Inbox hochladen – Tiro liefert die Kopf-Felder und eine Zeile pro Position mit Artikel-Nr., bestellt, geliefert, Rückstand, Charge und Gewicht, als Excel oder CSV. Packing Lists und Lieferscheine anderer Lieferanten laufen in dieselbe Tabelle, weil die Felder und nicht das Layout zählen.
Welche anderen Dokumente gehen damit?
Frachtrechnungen und Speditionsrechnungen (Sendungsnummer, Gewicht, Zone, Zuschläge), Frachtbriefe und Bill of Lading, Ladelisten und Lieferavise, Zollpapiere und Handelsrechnungen für den Import, Schadens- und Abweichungsprotokolle. Jede Dokumentart bekommt eine eigene Inbox mit eigenen Feldern – das Prinzip ist immer gleich: Felder festlegen, hochladen, Tabelle.
Wo werden die Dokumente verarbeitet und wie lange bleiben sie gespeichert?
Die App läuft auf Servern in Deutschland, die KI-Verarbeitung über AWS Bedrock in der EU-Region Frankfurt, ohne Training mit deinen Daten. Die Aufbewahrung stellst du pro Inbox ein – bis hin zu „sofort nach dem Export löschen“.
Was kostet das?
Der Einstieg ist kostenlos – 20 Seiten pro Monat, ohne Kreditkarte. Eine Seite ist ein Credit, der einseitige Lieferschein oben kostet also einen Credit. Bezahlpläne unterscheiden sich nur in der Seitenzahl.