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MCP: Deine KI richtet die Dokumentenauslese selbst ein

Tiro als MCP-Server in Claude oder ChatGPT: Dein Assistent legt die Inbox an, schreibt die Regeln und testet sie gegen deine Beispiele – du prüfst nur.

Von Christian Gerloff · Veröffentlicht am 3. September 2026

Kurz gesagt: Du verbindest Tiro einmal als MCP-Server mit deinem KI-Assistenten. Danach richtet er die Auslese ein: Er fragt dich, was am Ende herauskommen soll, liest deine Beispieldokumente Wort für Wort mit Koordinaten, schreibt daraus einen Regelsatz, testet ihn gegen deine erwarteten Werte und schaltet ihn erst frei, wenn jedes Beispiel exakt trifft.

Warum das etwas anderes ist als „KI liest das PDF“

Ein Sprachmodell auf ein PDF loszulassen ist bequem, aber es antwortet jedes Mal neu – und bei zehntausend Rechnungen im Jahr sind ein paar Prozent Abweichung genau die Fälle, die dich Zeit kosten. Ein Template ist das Gegenteil: eine Handvoll fester Regeln, die sagen, wo auf diesem Layout die Rechnungsnummer steht und wie die Positionstabelle aufgebaut ist. Gleiches Dokument, gleiches Ergebnis – auch in einem Jahr.

Der Haken war bisher, wer diese Regeln schreibt. Bei anderen Anbietern klickst du sie in einem Editor zusammen. Bei Tiro schreibt sie dein eigener Assistent, denn er kann genau das gut: Muster in Text erkennen und in eine Struktur überführen. Du liest sie nie.

Was dein Assistent dabei tut

  1. Zielstruktur klären. Er fragt, welche Felder du brauchst. Am schnellsten geht es, wenn du ihm zeigst, was du heute abtippst – eine Excel-Zeile mit Überschriften, ein JSON-Beispiel, ein Schema aus deinem ERP.
  2. Inbox und Felder anlegen. Ein Aufruf, danach stehen Feldnamen, Typen und die Positionstabelle fest.
  3. Beispiele holen. Du lädst zwei, drei echte Dokumente in der App hoch oder schickst sie an die E-Mail-Adresse der Inbox. Kann dein Client Dateien lesen, lädt er sie selbst hoch.
  4. Soll festlegen. Ihr geht das erste Ergebnis zusammen durch. Was falsch ist, korrigiert er; das Ergebnis wird zum Soll-Wert des Beispiels.
  5. Regeln schreiben und testen. Er holt sich den Text mit Positionen, schreibt den Regelsatz, lässt ihn probelaufen und sieht schwarz auf weiß, welches Feld noch abweicht. Er bessert nach, bis alles passt.
  6. Fallback und Ausgang. Zum Schluss klärt ihr, was mit unbekannten Layouts passieren soll und wohin die Daten gehen – Download, API, Webhook oder E-Mail-Eingang.

Ein Template steht für ein Layout, also für einen Absender. Kommt ein neuer Lieferant dazu, sagst du deinem Assistenten „noch eins“ – es gibt keine Obergrenze.

Verbinden

Die Adresse des Servers ist:

https://tirodocs.com/api/mcp

Die Anmeldung läuft über denselben API-Schlüssel wie die REST-Schnittstelle, als Header:

Authorization: Bearer tiro_…

In Claude Code genügt eine Zeile:

claude mcp add --transport http tiro https://tirodocs.com/api/mcp \
  --header "Authorization: Bearer tiro_…"

Andere Clients fragen dieselben zwei Angaben in einem Formular ab: Adresse und Header. Danach findest du unter den Prompts des Servers den Eintrag „inbox_einrichten“ – damit fängst du an.

Grenzen, ehrlich benannt

Bei digital erzeugten PDFs liest Tiro die Textschicht und arbeitet damit exakt reproduzierbar. Bei Scans und Fotos muss zuerst die Texterkennung laufen: Die Regeln greifen dann genauso zuverlässig, aber ein Lesefehler der Texterkennung bleibt ein Lesefehler. Deshalb legst du bei Scans lieber ein Beispiel mehr an.

Greift kein Template, entscheidest du: Entweder übernimmt die KI (das Dokument wird sichtbar markiert und kostet Credits), oder das Dokument gilt als fehlgeschlagen und niemand bekommt ungeprüfte Werte. Für Freigabeprozesse ist die zweite Einstellung meist die richtige.

So funktioniert es

  1. API-Schlüssel erzeugen

    Melde dich in Tiro an und lege unter Einstellungen → API-Schlüssel einen neuen Schlüssel an. Er wird genau einmal angezeigt – kopiere ihn sofort.

  2. Server verbinden

    Trage in deinem KI-Client die Adresse https://tirodocs.com/api/mcp als MCP-Server ein (Transport „HTTP“) und hinterlege den Schlüssel als Authorization-Header „Bearer tiro_…“.

  3. Anleitung starten

    Wähle im Client den Prompt „inbox_einrichten“ aus und folge dem Ablauf. Deine KI fragt dich nach der Zielstruktur, legt die Inbox an, liest deine Beispiele aus und schreibt die Regeln.

Häufige Fragen

Was ist MCP?

Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, über den ein KI-Assistent externe Werkzeuge benutzen darf. Ist Tiro als MCP-Server verbunden, kann dein Assistent Dokumente hochladen, den erkannten Text mit Positionen lesen, Regeln schreiben und sie testen – im selben Chatfenster, in dem du mit ihm sprichst.

Wessen KI arbeitet hier – meine oder eure?

Deine. Tiro ruft im Einrichtungsdialog kein einziges Mal ein Sprachmodell auf. Wir liefern den Text mit Positionen, wenden deine Regeln an und vergleichen Ist gegen Soll – rechnen, formulieren und ausprobieren macht der Assistent, für den du ohnehin bezahlst. Deshalb kostet das Einrichten über MCP keine Credits.

Was kostet das?

MCP ist in allen Plänen enthalten, auch im kostenlosen. Credits kosten nur zwei Dinge: der Eingang eines Dokuments (jede Datei einmal, egal welche Engine sie liest) und ein echter KI-Lauf. Regeln schreiben, Testläufe und Soll-Vergleiche sind gratis – auch wenn du sie zwanzigmal wiederholst.

Welche Clients funktionieren?

Jeder Client, der Remote-MCP-Server über HTTP mit eigenem Header unterstützt – dazu gehören Claude Code und Claude Desktop. In ChatGPT läuft die Verbindung über die Entwickler-Werkzeuge; ob dein Konto sie freischaltet, hängt vom Plan ab. Der Server spricht bewusst beide Protokoll-Generationen, den älteren Handshake und die aktuelle Fassung ohne Handshake.

Kann meine KI Dokumente löschen oder Rechnungen auslösen?

Nein. Über MCP gibt es keine Werkzeuge zum Löschen von Inboxes oder Dokumenten und keine Zahlungsfunktion. Alles Unumkehrbare bleibt in der App, wo ein Mensch klickt. Der Schlüssel gilt außerdem nur für deinen Workspace – ein Werkzeug sieht nie fremde Daten.

Und wenn ich lieber selbst klicke?

Dann nutzt du die App wie bisher: Inbox anlegen, Dokument hochladen, Tabelle ansehen. MCP ist der schnellere Weg zu einer 100 % reproduzierbaren Auslese, kein Ersatz für die Oberfläche.