Kurz gesagt: Du verbindest Tiro einmal als MCP-Server mit deinem KI-Assistenten. Danach richtet er die Auslese ein: Er fragt dich, was am Ende herauskommen soll, liest deine Beispieldokumente Wort für Wort mit Koordinaten, schreibt daraus einen Regelsatz, testet ihn gegen deine erwarteten Werte und schaltet ihn erst frei, wenn jedes Beispiel exakt trifft.
Warum das etwas anderes ist als „KI liest das PDF“
Ein Sprachmodell auf ein PDF loszulassen ist bequem, aber es antwortet jedes Mal neu – und bei zehntausend Rechnungen im Jahr sind ein paar Prozent Abweichung genau die Fälle, die dich Zeit kosten. Ein Template ist das Gegenteil: eine Handvoll fester Regeln, die sagen, wo auf diesem Layout die Rechnungsnummer steht und wie die Positionstabelle aufgebaut ist. Gleiches Dokument, gleiches Ergebnis – auch in einem Jahr.
Der Haken war bisher, wer diese Regeln schreibt. Bei anderen Anbietern klickst du sie in einem Editor zusammen. Bei Tiro schreibt sie dein eigener Assistent, denn er kann genau das gut: Muster in Text erkennen und in eine Struktur überführen. Du liest sie nie.
Was dein Assistent dabei tut
- Zielstruktur klären. Er fragt, welche Felder du brauchst. Am schnellsten geht es, wenn du ihm zeigst, was du heute abtippst – eine Excel-Zeile mit Überschriften, ein JSON-Beispiel, ein Schema aus deinem ERP.
- Inbox und Felder anlegen. Ein Aufruf, danach stehen Feldnamen, Typen und die Positionstabelle fest.
- Beispiele holen. Du lädst zwei, drei echte Dokumente in der App hoch oder schickst sie an die E-Mail-Adresse der Inbox. Kann dein Client Dateien lesen, lädt er sie selbst hoch.
- Soll festlegen. Ihr geht das erste Ergebnis zusammen durch. Was falsch ist, korrigiert er; das Ergebnis wird zum Soll-Wert des Beispiels.
- Regeln schreiben und testen. Er holt sich den Text mit Positionen, schreibt den Regelsatz, lässt ihn probelaufen und sieht schwarz auf weiß, welches Feld noch abweicht. Er bessert nach, bis alles passt.
- Fallback und Ausgang. Zum Schluss klärt ihr, was mit unbekannten Layouts passieren soll und wohin die Daten gehen – Download, API, Webhook oder E-Mail-Eingang.
Ein Template steht für ein Layout, also für einen Absender. Kommt ein neuer Lieferant dazu, sagst du deinem Assistenten „noch eins“ – es gibt keine Obergrenze.
Verbinden
Die Adresse des Servers ist:
https://tirodocs.com/api/mcp
Die Anmeldung läuft über denselben API-Schlüssel wie die REST-Schnittstelle, als Header:
Authorization: Bearer tiro_…
In Claude Code genügt eine Zeile:
claude mcp add --transport http tiro https://tirodocs.com/api/mcp \
--header "Authorization: Bearer tiro_…"
Andere Clients fragen dieselben zwei Angaben in einem Formular ab: Adresse und Header. Danach findest du unter den Prompts des Servers den Eintrag „inbox_einrichten“ – damit fängst du an.
Grenzen, ehrlich benannt
Bei digital erzeugten PDFs liest Tiro die Textschicht und arbeitet damit exakt reproduzierbar. Bei Scans und Fotos muss zuerst die Texterkennung laufen: Die Regeln greifen dann genauso zuverlässig, aber ein Lesefehler der Texterkennung bleibt ein Lesefehler. Deshalb legst du bei Scans lieber ein Beispiel mehr an.
Greift kein Template, entscheidest du: Entweder übernimmt die KI (das Dokument wird sichtbar markiert und kostet Credits), oder das Dokument gilt als fehlgeschlagen und niemand bekommt ungeprüfte Werte. Für Freigabeprozesse ist die zweite Einstellung meist die richtige.