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Analysenzertifikat (CoA) – Aufbau, Abgrenzung, Auslesen

Was ein Analysenzertifikat (CoA) ist, wie es sich von Prüfbericht und Werkszeugnis unterscheidet – und wie die Werte je Charge als Tabelle herauskommen.

Von Christian Gerloff · Veröffentlicht am 31. August 2026

Kurz gesagt: Ein Analysenzertifikat – englisch Certificate of Analysis, kurz CoA – ist der chargenbezogene Qualitätsnachweis des Herstellers: Für genau eine Charge stellt es je Parameter die vereinbarte Spezifikation dem gemessenen Ergebnis gegenüber und erklärt die Charge für freigegeben. Wer Rohstoffe, Zutaten oder Chemikalien einkauft, bekommt mit jeder Lieferung eines. Tiro liest solche Zertifikate aus PDFs und Scans aus und liefert sie als Tabelle – im Beispiel 13 Kopf-Felder und 16 Parameter aus vier Gruppen, jede Zeile mit Methode, Spezifikation, Ergebnis und Bewertung.

Unten siehst du das vollständige Beispiel: das Zertifikat, die ausgelesenen Daten und das Ergebnis in der App.

Was ist ein Analysenzertifikat?

Das Analysenzertifikat ist die dokumentierte Antwort auf die Produktspezifikation: Vor der Auslieferung prüft die Qualitätskontrolle des Herstellers die Charge gegen die vereinbarten oder regulatorischen Anforderungen – Identität, Gehalt, Reinheit, Kontaminanten, je nach Produkt auch Mikrobiologie – und bestätigt das Ergebnis mit Unterschrift der freigebenden Person. Üblich ist es überall dort, wo Stoffe in Produkte eingehen: bei Lebensmittelzutaten und -zusatzstoffen, pharmazeutischen Wirk- und Hilfsstoffen, Industriechemikalien, Kosmetikrohstoffen und Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Ohne gültiges CoA nimmt ein geregelter Wareneingang die Charge nicht an.

Wichtig für die Einordnung: Ein CoA des Herstellers ist keine unabhängige Prüfung – es stammt aus dem eigenen QK-Labor (das Beispiel unten sagt das ausdrücklich). Deshalb kombinieren viele Abnehmer das Zertifikat je Lieferung mit eigenen Stichproben in einem Auftragslabor.

Analysenzertifikat, Prüfbericht, Werkszeugnis, CoC – was ist was?

Vier Dokumente, die im Wareneingang nebeneinander auftauchen und oft verwechselt werden:

DokumentWer stellt es ausWas es enthält
Analysenzertifikat (CoA)Qualitätskontrolle des HerstellersAnalysenergebnisse einer Charge gegen die vereinbarte Spezifikation, mit Freigabe
Prüfbericht / Laborberichtunabhängiges Auftragslabor (ISO/IEC 17025)Ergebnisse einer eingesandten Probe je Parameter mit Methode und Bestimmungsgrenze, oft mit Grenzwert-Bewertung
Werkszeugnis / Abnahmeprüfzeugnis 3.1Abnahmebeauftragter des Herstellers (EN 10204, metallische Erzeugnisse)chemische Zusammensetzung und mechanische Kennwerte je Schmelze/Charge
Konformitätsbescheinigung (CoC)HerstellerErklärung der Konformität mit Norm oder Bestellung, in der Regel ohne Messwerte

Die Übergänge sind fließend – manche Hersteller lassen extern prüfen und nennen den Bericht CoA, und im Laboralltag heißt auch mancher Prüfbericht „Analysenzertifikat“. Entscheidend ist, was das Dokument leistet: chargenweise Spezifikation-gegen-Ergebnis (CoA), unabhängige Messung einer Probe (Prüfbericht), genormter Werkstoffnachweis (Werkszeugnis 3.1) oder bloße Erklärung (CoC).

Was auf einem Analysenzertifikat steht

Das Layout ist bei jedem Hersteller anders, der Inhalt ist erstaunlich stabil:

  • Produktidentifikation: Produktname und Qualität/Grade (z. B. „food grade, E330, Ph. Eur./FCC“), bei Chemikalien die CAS-Nr. – sie macht das Produkt eindeutig, wo Handelsnamen mehrdeutig sind.
  • Chargenidentifikation: Chargen-/Losnummer (die Brücke zur physischen Ware), Herstelldatum, Mindesthaltbarkeits- oder Retest-Datum, gelieferte Menge.
  • Bezug zur Bestellung: Kunde, Bestell-Nr., oft Lieferschein-Nr. – darüber ordnet der Wareneingang das Zertifikat der Lieferung zu.
  • Die Ergebnistabelle, das Herzstück: je Parameter die Prüfmethode (Pharmakopöe-, ISO- oder validierte Hausmethode), die Einheit, die Spezifikation (Bereich, „≤“-Grenze oder qualitative Anforderung) und das Ergebnis – als Zahl, als „< Bestimmungsgrenze“ oder als „conforms“. Häufig gruppiert nach Identität, Gehalt, Schwermetallen, Mikrobiologie.
  • Freigabe: Gesamtaussage, dass die Charge der Spezifikation entspricht, Name und Unterschrift der freigebenden Person aus der Qualitätskontrolle, Ausstellungsdatum – heute oft mit dem Hinweis „elektronisch erstellt, ohne Unterschrift gültig“.

Wer Analysenzertifikate bekommt – und was damit passieren muss

Wer Stoffe herstellt, schreibt Zertifikate – wer Rohstoffe von vielen Lieferanten einkauft, bekommt sie: Wareneingang und Qualitätssicherung bei Lebensmittel- und Getränkeherstellern, Pharma- und Nahrungsergänzungsproduzenten, Chemie- und Kosmetikbetrieben. Mit jeder Charge kommt ein CoA – von jedem Lieferanten in einem anderen Layout, mal als sauberes PDF, mal als Scan. Vor der Freigabe müssen Chargennummer und Werte gegen die eigene Spezifikation geprüft und für Audits (IFS, FSSC 22000, GMP) chargenweise abgelegt werden; viele Betriebe übertragen die Kennwerte zusätzlich in ERP oder LIMS und werten sie je Lieferant über die Zeit aus. Genau dieses Abtippen – und die Übertragungsfehler, die dabei entstehen – ist die Arbeit, die sich automatisieren lässt.

Analysenzertifikate auslesen: vom PDF zur Chargentabelle

Ein PDF-zu-Excel-Konverter kopiert das Layout der Seite in Zellen. Bei einem Analysenzertifikat heißt das: Gruppenüberschriften landen zwischen den Parametern, „≤ 0,05“ und „< 0,01“ werden Text in derselben Spalte, und Kopf-Felder wie Charge und Freigabe fehlen ganz. Tiro arbeitet mit Feldern statt Layout: Du legst einmal fest, welche Kopf-Felder und welche Spalten je Parameter du brauchst, und jedes Zertifikat – egal von welchem Lieferanten – läuft in dieselbe Tabelle. Dabei werden Zahlen per Default normalisiert: 99,8 % Gehalt ist eine Zahl, das Herstelldatum ein ISO-Datum – und Ergebnisse unter der Bestimmungsgrenze bleiben als gedruckter Text erhalten, während die Messwert-Spalte leer bleibt, damit Excel nie mit einer Bestimmungsgrenze rechnet. Wie dieselbe Idee bei Laborprüfberichten aussieht, zeigt die Seite Qualitätssicherung; für metallische Erzeugnisse gibt es das Werkszeugnis 3.1, und gescannte Zertifikate funktionieren wie unter PDFs & Scans gezeigt.

Beispiel: vom Dokument zur Tabelle

Ein fiktives Dokument, eine Inbox, ein Lauf in Tiro — unverändert wiedergegeben. Firma, Personen und Zahlen sind erfunden.

1. Das Dokument

Beispiel-Analysenzertifikat der fiktiven Steinbach Fermentation für eine Charge Citronensäure-Monohydrat E330 mit 16 Parametern von der Identität bis zur Mikrobiologie
Beispiel-PDF öffnen: Analysenzertifikat (PDF, eine Seite)

2. Die ausgelesenen Daten

Kopf-Felder einmal pro Dokument, die Tabelle als eine Zeile pro Position — Datum als Datum, Zahlen als Zahlen. Die ersten Zeilen sind ausgeklappt, der Rest steht dahinter.

Kopf-Felder
FeldWert
Zertifikat-Nr.CoA-2026-08412
Ausstellungsdatum16.07.2026
HerstellerSteinbach Fermentation GmbH
KundeNorthwind Foods Trading B.V.
Bestell-Nr.PO 2026-ING-0142
ProduktCitric Acid Monohydrate
CAS-Nr.5949-29-1
QualitätFood grade · E330 · Ph. Eur. / FCC
ChargeL26-07145
Herstelldatum14.07.2026
Mindesthaltbarkeit13.07.2028
Menge800 bags × 25 kg net (20,000 kg)
Freigabeconforms
Positionen (16)
GruppeParameterMethodeEinheitSpezifikationErgebnis (wie gedruckt)MesswertBewertung
Identity and AppearanceAppearanceVisualwhite crystals or crystalline powderwhite crystalline granulesconforms
Identity and AppearanceIdentification (IR spectrum)Ph. Eur. 2.2.24conforms to referenceconformsconforms
Identity and AppearanceClarity and colour of solutionPh. Eur. 2.2.1 / 2.2.2clear, not more intense than Y7conformsconforms
Assay and Physical–Chemical ParametersAssay (anhydrous basis)Ph. Eur., NaOH titration%99.5 – 100.599.899,8conforms
Assay and Physical–Chemical ParametersWaterKarl Fischer, Ph. Eur. 2.5.12%7.5 – 9.08.38,3conforms
Assay and Physical–Chemical ParametersSulphated ashPh. Eur. 2.4.14%≤ 0.05< 0.01conforms
Assay and Physical–Chemical ParametersOxalic acid (as oxalate)SF-QC-118 (HPLC)mg/kg≤ 100< 50conforms
Assay and Physical–Chemical ParametersSulphateSF-QC-092 (turbidimetric)mg/kg≤ 150< 50conforms
Assay and Physical–Chemical ParametersReadily carbonisable substancesPh. Eur. / FCCnot more intense than referenceconformsconforms
Heavy MetalsLead (Pb)ICP-MS, EN 15763mg/kg≤ 0.5< 0.1conforms
Heavy MetalsArsenic (As)ICP-MS, EN 15763mg/kg≤ 1.0< 0.1conforms
Heavy MetalsMercury (Hg)ICP-MS, EN 15763mg/kg≤ 1.0< 0.01conforms
Heavy MetalsCadmium (Cd)ICP-MS, EN 15763mg/kg≤ 1.0< 0.05conforms
MicrobiologyTotal aerobic microbial countISO 4833-1CFU/g≤ 1,000< 10conforms
MicrobiologyYeasts and mouldsISO 21527-2CFU/g≤ 100< 10conforms
MicrobiologyEscherichia coliISO 16649-2/1 gabsentnot detectedconforms
Alle 16 Zeilen anzeigenWeniger Zeilen anzeigen

3. So sieht es in Tiro aus

Das Ergebnis im Browser, direkt nach dem Upload. Von hier geht es per Klick als Excel oder CSV weiter.

Das Ergebnis in Tiro – Kopf-Felder des Analysenzertifikats und je Parameter eine Zeile mit Methode, Spezifikation, Ergebnis und Bewertung, mit Download als CSV oder Excel

So funktioniert es

  1. Inbox „Analysenzertifikate“ anlegen

    Nach der Registrierung gibst du der Inbox einen Namen. Beim ersten Upload schlägt die KI die Felder vor – Zertifikat-Nr., Produkt, Charge, Freigabe, eine Tabelle mit den Parametern. Du entscheidest, welche Angaben du brauchst, und passt die Namen einmal an.

  2. Zertifikate hochladen

    Von jedem Lieferanten, in jedem Layout – jedes PDF wird einzeln gelesen. Gescannte oder fotografierte Zertifikate funktionieren genauso wie digital erzeugte.

  3. Tabelle herunterladen

    Eine Zeile pro Parameter mit Methode, Spezifikation, Ergebnis wie gedruckt und dem Messwert als echter Zahl. Excel oder CSV – fertig für die Wareneingangsprüfung, die Chargendokumentation oder die Trendauswertung je Lieferant.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Analysenzertifikat und Prüfbericht?

Im Alltag werden beide Begriffe gemischt, die Dokumente unterscheiden sich aber in Absender und Zweck: Das Analysenzertifikat (CoA) stellt in der Regel die Qualitätskontrolle des Herstellers je Charge aus – es vergleicht die Ergebnisse mit der vereinbarten Spezifikation und gibt die Charge frei. Den Prüfbericht schreibt ein unabhängiges Auftragslabor über eine eingesandte Probe, etwa als Gegenprobe im Wareneingang oder für Rückstandsanalysen. Viele Wareneingänge arbeiten mit beidem: CoA von jeder Lieferung, Laborprüfung stichprobenweise.

Was ist der Unterschied zwischen CoA und CoC?

Ein Certificate of Analysis (CoA) enthält die gemessenen Analysenergebnisse einer konkreten Charge – je Parameter Spezifikation, Ergebnis und Bewertung. Ein Certificate of Conformity/Compliance (CoC, Konformitätsbescheinigung) erklärt nur, dass das Produkt den genannten Anforderungen entspricht, meist ohne Messwerte. Welches Dokument geliefert werden muss, legt die Bestellung oder die Qualitätsvereinbarung fest.

Wer stellt ein Analysenzertifikat aus – und gibt es für jede Charge ein neues?

Meist die Qualitätskontrolle des Herstellers am Produktionsstandort, teils ergänzt um Ergebnisse externer akkreditierter Labore. Ein CoA gilt genau für eine Charge (Batch/Lot) – mit jeder Lieferung kommt deshalb ein neues, und die Chargennummer auf dem Zertifikat muss zur gelieferten Ware passen, sonst ist es für die Rückverfolgbarkeit wertlos.

Wie wandle ich ein Analysenzertifikat in Excel um?

Zertifikat als PDF, Scan oder Foto in eine Inbox hochladen – Tiro liefert die Kopf-Felder (Zertifikat-Nr., Produkt, Charge, Herstell- und Mindesthaltbarkeitsdatum, Freigabe) und eine Zeile pro Parameter mit Methode, Spezifikation, Ergebnis und Bewertung, als Excel oder CSV. Zertifikate anderer Lieferanten laufen in dieselbe Tabelle, weil die Felder und nicht das Layout zählen.

Was bedeutet „< 0,01“ auf dem Zertifikat?

Der Wert liegt unter der Bestimmungsgrenze der Methode – das Labor kann ihn nicht mehr beziffern, nur nach oben begrenzen. Für die Auswertung sind solche Angaben tückisch, weil sie keine Zahlen sind. Tiro führt das Ergebnis deshalb doppelt: einmal wie gedruckt („< 0,01“) und einmal als Messwert-Spalte mit echter Zahl, die bei „< BG“ bewusst leer bleibt – so rechnet Excel nie versehentlich mit einer Bestimmungsgrenze.

Funktioniert das mit Zertifikaten verschiedener Lieferanten und Layouts?

Ja – genau dafür ist die Inbox gedacht. Die Felder definierst du einmal (oder übernimmst den KI-Vorschlag), danach läuft jedes Zertifikat in dieselbe Tabelle, egal ob der Lieferant die Spezifikation als Bereich, mit „≤“ oder als Text druckt. Auch ein Zertifikat mit anderen Parametern füllt dieselben Spalten – Parameter, die ein Lieferant nicht prüft, bleiben leer.

Wo werden die Dokumente verarbeitet und wie lange bleiben sie gespeichert?

Die App läuft auf Servern in Deutschland, die KI-Verarbeitung über AWS Bedrock in der EU-Region Frankfurt, ohne Training mit deinen Daten. Die Aufbewahrung stellst du pro Inbox ein – bis hin zu „sofort nach dem Export löschen“.

Was kostet das?

Der Einstieg ist kostenlos – 20 Seiten pro Monat, ohne Kreditkarte. Eine Seite ist ein Credit, ein einseitiges Zertifikat kostet also einen Credit. Bezahlpläne unterscheiden sich nur in der Seitenzahl.