Kurz gesagt: Ein Analysenzertifikat – englisch Certificate of Analysis, kurz CoA – ist der chargenbezogene Qualitätsnachweis des Herstellers: Für genau eine Charge stellt es je Parameter die vereinbarte Spezifikation dem gemessenen Ergebnis gegenüber und erklärt die Charge für freigegeben. Wer Rohstoffe, Zutaten oder Chemikalien einkauft, bekommt mit jeder Lieferung eines. Tiro liest solche Zertifikate aus PDFs und Scans aus und liefert sie als Tabelle – im Beispiel 13 Kopf-Felder und 16 Parameter aus vier Gruppen, jede Zeile mit Methode, Spezifikation, Ergebnis und Bewertung.
Unten siehst du das vollständige Beispiel: das Zertifikat, die ausgelesenen Daten und das Ergebnis in der App.
Was ist ein Analysenzertifikat?
Das Analysenzertifikat ist die dokumentierte Antwort auf die Produktspezifikation: Vor der Auslieferung prüft die Qualitätskontrolle des Herstellers die Charge gegen die vereinbarten oder regulatorischen Anforderungen – Identität, Gehalt, Reinheit, Kontaminanten, je nach Produkt auch Mikrobiologie – und bestätigt das Ergebnis mit Unterschrift der freigebenden Person. Üblich ist es überall dort, wo Stoffe in Produkte eingehen: bei Lebensmittelzutaten und -zusatzstoffen, pharmazeutischen Wirk- und Hilfsstoffen, Industriechemikalien, Kosmetikrohstoffen und Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Ohne gültiges CoA nimmt ein geregelter Wareneingang die Charge nicht an.
Wichtig für die Einordnung: Ein CoA des Herstellers ist keine unabhängige Prüfung – es stammt aus dem eigenen QK-Labor (das Beispiel unten sagt das ausdrücklich). Deshalb kombinieren viele Abnehmer das Zertifikat je Lieferung mit eigenen Stichproben in einem Auftragslabor.
Analysenzertifikat, Prüfbericht, Werkszeugnis, CoC – was ist was?
Vier Dokumente, die im Wareneingang nebeneinander auftauchen und oft verwechselt werden:
| Dokument | Wer stellt es aus | Was es enthält |
|---|---|---|
| Analysenzertifikat (CoA) | Qualitätskontrolle des Herstellers | Analysenergebnisse einer Charge gegen die vereinbarte Spezifikation, mit Freigabe |
| Prüfbericht / Laborbericht | unabhängiges Auftragslabor (ISO/IEC 17025) | Ergebnisse einer eingesandten Probe je Parameter mit Methode und Bestimmungsgrenze, oft mit Grenzwert-Bewertung |
| Werkszeugnis / Abnahmeprüfzeugnis 3.1 | Abnahmebeauftragter des Herstellers (EN 10204, metallische Erzeugnisse) | chemische Zusammensetzung und mechanische Kennwerte je Schmelze/Charge |
| Konformitätsbescheinigung (CoC) | Hersteller | Erklärung der Konformität mit Norm oder Bestellung, in der Regel ohne Messwerte |
Die Übergänge sind fließend – manche Hersteller lassen extern prüfen und nennen den Bericht CoA, und im Laboralltag heißt auch mancher Prüfbericht „Analysenzertifikat“. Entscheidend ist, was das Dokument leistet: chargenweise Spezifikation-gegen-Ergebnis (CoA), unabhängige Messung einer Probe (Prüfbericht), genormter Werkstoffnachweis (Werkszeugnis 3.1) oder bloße Erklärung (CoC).
Was auf einem Analysenzertifikat steht
Das Layout ist bei jedem Hersteller anders, der Inhalt ist erstaunlich stabil:
- Produktidentifikation: Produktname und Qualität/Grade (z. B. „food grade, E330, Ph. Eur./FCC“), bei Chemikalien die CAS-Nr. – sie macht das Produkt eindeutig, wo Handelsnamen mehrdeutig sind.
- Chargenidentifikation: Chargen-/Losnummer (die Brücke zur physischen Ware), Herstelldatum, Mindesthaltbarkeits- oder Retest-Datum, gelieferte Menge.
- Bezug zur Bestellung: Kunde, Bestell-Nr., oft Lieferschein-Nr. – darüber ordnet der Wareneingang das Zertifikat der Lieferung zu.
- Die Ergebnistabelle, das Herzstück: je Parameter die Prüfmethode (Pharmakopöe-, ISO- oder validierte Hausmethode), die Einheit, die Spezifikation (Bereich, „≤“-Grenze oder qualitative Anforderung) und das Ergebnis – als Zahl, als „< Bestimmungsgrenze“ oder als „conforms“. Häufig gruppiert nach Identität, Gehalt, Schwermetallen, Mikrobiologie.
- Freigabe: Gesamtaussage, dass die Charge der Spezifikation entspricht, Name und Unterschrift der freigebenden Person aus der Qualitätskontrolle, Ausstellungsdatum – heute oft mit dem Hinweis „elektronisch erstellt, ohne Unterschrift gültig“.
Wer Analysenzertifikate bekommt – und was damit passieren muss
Wer Stoffe herstellt, schreibt Zertifikate – wer Rohstoffe von vielen Lieferanten einkauft, bekommt sie: Wareneingang und Qualitätssicherung bei Lebensmittel- und Getränkeherstellern, Pharma- und Nahrungsergänzungsproduzenten, Chemie- und Kosmetikbetrieben. Mit jeder Charge kommt ein CoA – von jedem Lieferanten in einem anderen Layout, mal als sauberes PDF, mal als Scan. Vor der Freigabe müssen Chargennummer und Werte gegen die eigene Spezifikation geprüft und für Audits (IFS, FSSC 22000, GMP) chargenweise abgelegt werden; viele Betriebe übertragen die Kennwerte zusätzlich in ERP oder LIMS und werten sie je Lieferant über die Zeit aus. Genau dieses Abtippen – und die Übertragungsfehler, die dabei entstehen – ist die Arbeit, die sich automatisieren lässt.
Analysenzertifikate auslesen: vom PDF zur Chargentabelle
Ein PDF-zu-Excel-Konverter kopiert das Layout der Seite in Zellen. Bei einem Analysenzertifikat heißt das: Gruppenüberschriften landen zwischen den Parametern, „≤ 0,05“ und „< 0,01“ werden Text in derselben Spalte, und Kopf-Felder wie Charge und Freigabe fehlen ganz. Tiro arbeitet mit Feldern statt Layout: Du legst einmal fest, welche Kopf-Felder und welche Spalten je Parameter du brauchst, und jedes Zertifikat – egal von welchem Lieferanten – läuft in dieselbe Tabelle. Dabei werden Zahlen per Default normalisiert: 99,8 % Gehalt ist eine Zahl, das Herstelldatum ein ISO-Datum – und Ergebnisse unter der Bestimmungsgrenze bleiben als gedruckter Text erhalten, während die Messwert-Spalte leer bleibt, damit Excel nie mit einer Bestimmungsgrenze rechnet. Wie dieselbe Idee bei Laborprüfberichten aussieht, zeigt die Seite Qualitätssicherung; für metallische Erzeugnisse gibt es das Werkszeugnis 3.1, und gescannte Zertifikate funktionieren wie unter PDFs & Scans gezeigt.

